Die menschlichen Triebstrebungen erzeugen bei der Befriedigung am Objekt eine starke Sinnesreizung und bewirken im Bewusstsein eine dominierende Präsenz und Prägnanz. Man könnte auch sagen, dass so etwas wie Bewusstsein oder ein Ich-Empfinden überhaupt erst durch das spürbare Einwirken äußerer Reize auf den Organismus entsteht, wobei die Reize eine vegetative Stimulation in ihm bewirken, die wahrgenommen werden kann. Alle diese primären körperlichen Strebungen wie die des Dranges nach Berührtwerden, Nahrungsaufnahme, Kotausscheiden, Atmen oder auch Fortpflanzen bewegen sich libidinös vom frisch geborenen Säugling hin zum Objekt, welches diese Bedürfnisse zur Existenzsicherung des Individuums befriedigen soll. Der Organismus ist dadurch zunächst nichts anderes als ein durch und durch libidinös drängendes und nach außen strebendes Bedürfnis, um seine eigene Existenz zu sichern. Damit sind diese Strebungen von Beginn an aggressiv (vgl. MENTZOS, 2005, S. 26) – im Sinne des Verständnisses von adgredi: an etwas oder jemanden herantretend (vgl. SCHULTZ-HENCKE, 1951, S. 33). Treffen diese Strebungen (organismischen Bedürfnisse) dann auf positive Resonanz beim Objekt und werden sie von diesem befriedigt, dann empfindet sich der Säugling durch lustvolle erotische vegetative Stimulation in ihm als angenommen. Dabei wird unter anderem das Bindungshormon Oxytocin im Organismus ausgeschüttet, das für ein Empfinden von Vertrautheit, Entspannung und Sicherheit sorgt (vgl. BRISCH, 2010, S. 36). Das Bewusstsein des Säuglings von sich als angenommenes Sein ist zu dieser Zeit tatsächlich noch nichts anderes als dieses rein lustvolle, vegetative und erotische Empfinden im Organismus. In dieser Befriedigung des liebevollen Angenommenwerdens vom Objekt ist der Säugling mit ihm identifiziert. Er ist sozusagen das befriedigende und versorgende Objekt selbst und bekommt in der Spiegelung dieser Befriedigung ein erstes objektives (somatisch-vegetatives) aus dem Hintergrund der Seinsleere heraustretendes Bild von sich selbst, eine erste Teilrepräsentanz von sich als ein Objekt, mit dem er sich als Subjekt identifiziert. Objekt und Subjekt sind also zunächst dasselbe, was auch erklärt, warum man sich selbst und andere immer wieder unbewusst wie ein Objekt behandelt, obwohl man das Gefühl hat subjektiv zu sein und auch so zu handeln. Man ist – metaphorisch gesprochen – sozusagen von Geburt an (und möglicherweise auch schon davor) ein vorerst somatisch-vegetativer und dann auch psychischer ,Abdruck’ seiner versorgenden Bezugsobjekte, die sich wie Stempel mit ihren Seinsspiegelungen in den Organismus einprägen. Die tieferen Konturen des Stempels lehnen Strebungen des Säuglings zunächst nur von außen durch die versagende Bezugsperson ab. Dann werden die Strebungen jedoch ohne das Zutun des Objekts auch bald vom Subjekt selbst an sich abgelehnt. Das äußere Stempelprofil wird also zu einem verinnerlichten Profil. Die weniger tiefen Eindrücke lassen die Strebungen gewähren und befriedigen sie von außen. Später werden sie aufgrund des verinnerlichten Gewährens auch vom Subjekt selbst befriedigt. Diese grundlegende Prägung füllt die Seinsleere im heranwachsenden Organismus. Das Angenommenwerden vermittelt dem Kind also auf somatisch-vegetativer Ebene ein erstes grundlegendes Gefühl gut und liebenswert zu sein. Dagegen erzeugen einige andere Bedürfnisstrebungen in vegetativer Hinsicht eine aggressive und bisweilen schmerzhafte, unlustvolle Ablehnung vom Objekt, da sich dieses womöglich von den aggressiven Strebungen des Säuglings überfordert oder gar verletzt fühlt. Das Zielobjekt weist diese Strebungen aggressiv zurück, verweigert deren Befriedigung und lehnt sie teilweise oder gänzlich ab. Der Säugling empfindet hierauf in seinen vom Objekt abgelehnten Strebungen sowohl sich selber als auch das ablehnende Objekt als aggressiv und existenziell bedrohlich und verinnerlicht hierbei das Empfinden, grundlegend böse und gefährlich zu sein. Auch dieses Empfinden grundlegender Ablehnung und Zurückweisung besteht zunächst nur aus schmerzvollen vegetativen Stimulationen, die von den aggressiven und zurückweisenden Reizen der Umweltobjekte ausgehen und auf den Organismus des Säuglings und des Kleinkindes einwirken. Inwieweit jedoch die verinnerlichten aggressiven Zurückweisungen und entsprechenden unerwünschten Selbstanteile dann aber existenziell bedrohlich für das erotische Empfinden des grundlegenden Gut-seins sind, hängt von der primären positiven Zuwendung der Bezugswelt des Menschen ab. Je positiver und tiefgreifender die primäre Zuwendung ist, desto weniger stark erfolgt die Spaltung des grundlegenden Ichs. In diesen gegensätzlichen positiven und negativen Reaktionen des Zielobjektes und in dem hierauf folgenden somatisch-vegetativen Empfinden grundlegend gut und böse zu sein bildet der Säugling seine primären gespaltenen Selbst- und Objektrepräsentanzen (primäre Seinsentwürfe) aus. Es bildet sozusagen aus der Resonanz seiner Umwelt auf sich selbst ein bewertetes Bild von sich aus; eine Art Reflexion von seinem Ich. Mit erotischer Befriedigung und aggressiver Versagung werden auch die in der Situation befindlichen Umweltreize wahrgenommen und an das positive oder negative Erlebnis – an die jeweilige Triebstrebung – unbewusst prägend gekoppelt. So können bestimmte Gerüche, Geräusche, Geschmäcker, Farben und ähnliches diese frühen und zunächst noch rein somatisch-vegetativen Entwurfanteile mit ihren starken positiven oder negativen emotional-vegetativen Komponenten regressiv mobilisieren (triggern). Beide Qualitäten, sowohl das lustvolle erotische (libidinöse) als auch das unlustvolle aggressive (antilibidinöse) Streben, führen zu einem ausgeprägten Spüren der eigenen Grenzen und des eigenen Seins über somatisch-vegetative Reizungen, die prälogisch im Bewusstsein erfasst werden. Schlussfolgernd erweisen sich damit frühkindliche Triebstrebungen mit ihrer Fähigkeit, den ganzen Organismus sinnlich sowohl lustvoll erotisch als auch unlustvoll aggressiv zu reizen und dadurch das Bewusstsein zu bündeln, als optimal zur Ablenkung von dem Empfinden innerer existenzieller Leere. Der noch psychisch ,leere’ und nur mittels seiner objektgerichteten Triebstrebungen mit der Umwelt Kontakt aufnehmende Säugling braucht zunächst auf somatischer Ebene feste Bezugspunkte in der Umwelt als primäre Triebziele, um sich in der Interaktion seiner Strebungen mit den Bezugsobjekten selbst als physisch und später auch psychisch reflektierend seiend zu spüren, also als ein existierendes Objekt. In den Triebstrebungen zum Objekt nimmt das Individuum sozusagen einen interindividuellen Kontakt zwischen sich (als Subjekt) und der Welt (als Objekt) auf, was wiederum ein primäres In-Situation-sein bedeutet (vgl. SARTRE, 2006, S. 833 ff, 905). In dem Triebvollzug, in dem alle Sinne stark gereizt werden und sich das Individuum physisch wahrnimmt, wird der Säugling zunächst physisch vom Bezugsobjekt als existierend gespiegelt. Wenn im weiteren Verlauf der Ontogenese einige Triebstrebungen des Subjekts durch Zurückweisung derselben aus der Umwelt zunehmend vom Subjekt selbst unterdrückt werden müssen, um von seiner Umwelt dennoch als liebenswert empfunden zu werden, kommt es allmählich zu einer Ausdifferenzierung der Triebstrebungen in solche, die lustvoll erotisch vom Objekt verstärkt und angenommen werden (als positives Selbstbild bewertet) und andere, die vom Objekt aggressiv zurückgewiesen, abgelehnt und dadurch unterdrückt werden (als negatives Selbstbild). Je nachdem, welche Triebstrebungen durch das Zielobjekt verstärkt (erotisch angenommen) oder gehemmt (aggressiv abgelehnt) werden, kommt es zunächst auf somatisch-vegetativer Seinsebene einerseits zu einer erotischen Besetzung einiger Triebstrebungen und andererseits zu einer aggressiven Besetzung wiederum anderer Triebstrebungen. Diejenigen Strebungen, welche vom Objekt abgelehnt werden, erzeugen beim Subjekt sowohl gegenüber dem Objekt als auch sich selbst aggressive somatisch-vegetative und emotionale Erregungen. Dagegen verursachen die vom Subjekt ausgehenden und vom Objekt angenommenen Bedürfnisstrebungen gegenüber dem Objekt und dem Subjekt selbst erotische somatisch-vegetative und emotionale Erregungen. Beide diametralen Erregungen erzeugen im Kontakt mit der Umwelt ein starkes sinnliches Seinsgefühl. Jedoch werden die ursprünglich neutralen organismischen Strebungen von nun an in positiv (mit Zuwendung belohnt) und negativ (mit Versagung bestraft) bewertete Selbstbilder (Reflexionen) gespalten. In der Konsequenz des liebevollen Annehmens erotischer Strebungen durch die Umwelt werden diese Strebungen unbekümmert und viel Sein versprechend auf das Bezugsobjekt gerichtet. Dagegen müssen die abgelehnten aggressiven Strebungen wegen ihrer vermeintlichen Gefährlichkeit für das Bezugsobjekt von diesem teilweise oder ganz weg und autoaggressiv auf den Säugling zurück gelenkt beziehungsweise vollständig unterdrückt werden, was zu einer emotionalen und somatisch-vegetativen Einengung im Organismus führt und später zu einem tiefen existenziellen Zweifel am grundlegenden Gut-sein. Diese Rückwendung abgelehnter aggressiver Triebstrebungen durch den reflektierenden und über das positive Selbstbild wachenden eigenen Organismus bildet die primäre verwehrende und abwehrende Objektrepräsentanz im Organismus. Das reflektierende Bewusstsein (entwerfende Instanz) überwacht sozusagen das gute oder böse Ich (Entwurf). Dabei werden die abgelehnten Strebungen genau in der Quantität und Qualität vom Subjekt selbst gegen das Subjekt zurückgelenkt, wie diese zuvor vom versorgenden Objekt zurückgewiesen wurden. Der Organismus wendet diese versagten Strebungen nun zunächst wieder rein somatisch-vegetativ selbständig gegen sich selbst und bildet somit eine verinnerlichte versagende und aggressive Objektrepräsentanz der Bezugsperson in sich aus, welche den Organismus in einer bestimmten Weise eingrenzt. Aus diesem verinnerlichten Eingrenzen entsteht dann auch ein grundlegendes abgelehntes Empfinden von sich selbst, eine negative Subjektteilrepräsentanz. Die erotischen Strebungen dagegen, die vom Objekt angenommen werden, führen zu einer Verinnerlichung des versorgenden, gewährenden und annehmenden Objekts der Bezugsperson im Organismus und damit auch zur Ausbildung einer primären gewährenden Objektteilrepräsentanz. Diese verinnerlichte gewährende Objektrepräsentanz wiederum lässt nun innerseelisch die Triebstrebungen gewähren und verleiht dem Organismus dadurch ein grundlegendes angenommenes und erotisches Empfinden von sich selbst, die positive Subjektteilrepräsentanz. Die Verinnerlichung der Versagung oder Gewährung von organismischen Strebungen führt also letztlich zur grundlegenden Ausbildung von sowohl Objekt- als auch Subjektrepräsentanzen, wobei die verinnerlichten Objekte die Subjektrepräsentanzen stellvertretend für die realen Bezugspersonen kontrollieren, überwachen und behandeln. Die verinnerlichte und als aggressiv erlebte versagende Bezugsperson unterdrückt sozusagen intrapsychisch aggressiv die von ihr einst aggressiv zurückgewiesenen Strebungen. Entsprechend fördert die als gewährend erlebte verinnerlichte Bezugsperson die von ihr einst gewährten Strebungen auch intrapsychisch. Damit sind sowohl vermeintlich böses versagendes Objekt (Objektrepräsentanz) und unterdrückendes Introjekt (Subjektrepräsentanz) als auch gewährendes Objekt und förderndes Introjekt jeweils aneinander gekoppelt. Wie REICH (2006, S. 405 ff, 418 ff) feststellte, werden die verwehrten Triebstrebungen durch ihre eigene vegetative Triebenergie teilweise gegen das Subjekt selbst zurückgelenkt. In dieser ersten Zurücklenkung von Strebungen gegen sich selbst und deren Gewährung verinnerlicht der Säugling ein erstes ambivalentes somatisch-vegetatives Bild von sich und entwickelt so ein grundlegendes, spürbares, vegetatives Bewusstsein von sich selbst. Wird jedoch der Kontakt zur Umwelt durch eine mangelnde Verfügbarkeit des Bezugsobjekts unterbrochen, dann kommt es zum Auftreten einer existenziellen Seinsleere (Sinnleere) und damit zu einem Empfinden einer physischen und psychischen Auflösung (Nichtung). Dann muss sich der Organismus mittels seiner Bedürfnisstrebungen autoerotisch oder autoaggressiv selbst stimulieren, indem er seine Strebungen auf sich selbst zurücklenkt, als wäre er das Bezugsobjekt (Teilobjektrepräsentanz), aus welchem heraus er sich als Subjekt (Teilsubjektrepräsentanz) behandelt. Die zuvor nur seitens des Objektes erfahrene erotische und aggressive intersubjektive Kontaktaufnahme wird hierdurch zu einer erotischen und aggressiven intrapsychischen Kontaktaufnahme der verinnerlichten Teilobjektrepräsentanzen mit den Teilsubjektrepräsentanzen. Damit wird der eigene Organismus wie ein Objekt liebevoll autoerotisch oder entwertend autoaggressiv behandelt. Empfand sich das Individuum zuvor überwiegend als positiv und erotisch vom Objekt gespiegelt, dann behandelt es sich jetzt selbst ohne Objekt ebenfalls als gut und erotisch. Wurde es dagegen eher negativ als aggressiv und gefährlich gespiegelt, behandelt es sich nun bei Kontaktabbruch ohne das reale Objekt ebenfalls als aggressiv und böse. In seiner Interaktion mit der Objektwelt erhält das Subjekt ein aus dem Blickwinkel des Objektes erfahrenes Bild von sich selbst, verinnerlicht dieses als Teilsubjektrepräsentanz und behandelt sich auch entsprechend diesem Bild. In der Verinnerlichung sowohl des behandelnden Bezugsobjektes (Objektrepräsentanz) als auch des in der Behandlung von ihm empfundenen Bildes von sich selbst (Subjektrepräsentanz) verankert das Individuum grundlegende Betrachtungsweisen sowohl von seiner Umwelt als auch von sich selbst. Man könnte diese primären Teilobjekt- und Teilsubjektrepräsentanzen auch als primäre Seinsentwürfe bezeichnen. Der Organismus behandelt dann nicht nur sich selbst in der Weise, wie er zuvor vom realen Objekt behandelt wurde, sondern er behandelt nunmehr seine gesamte belebte und unbelebte Umwelt nach diesem Bild des einst realen und nun verinnerlichten Objektes, welches stellvertretend für alle äußeren Objekte steht, da es der erste und prägende Bezug zur Außenwelt überhaupt war. Bricht der Kontakt zur Umwelt also ab, behandelt sich der Mensch selbst und seine unbelebte Umwelt in der Weise, wie er zuvor anhaltend von den Bezugsobjekten bezüglich seiner Triebstrebungen behandelt und gespiegelt wurde. Das Subjekt geht mit sich selbst demnach autoerotisch und/oder autoaggressiv in Kontakt. Sowohl im Falle eines realen Beziehungsabbruchs zwischen dem Subjekt und seinem versorgenden Objekt als auch im Falle eines innerseelischen Kontaktabbruchs zur Außenwelt durch zu viele gehemmte, unterdrückte und zurückgelenkte aggressive Triebstrebungen kommt es zur empfundenen Auflösung und Fragmentierung eines beständigen Seins. Die Kontaktaufnahme mit sich selbst und der Umwelt soll also das Empfinden des absoluten (voll, ganz, gut) und angenommenen Seins ermöglichen. Bei Beziehungsabbruch erlernt also das Individuum sich selbst mittels bestimmter Bedürfnisse autoaggressiv oder autoerotisch in einer bestimmten Kombination dieser beiden Strebungen zu stimulieren und sein zu machen. Später werden diese libidinösen und antilibidinösen Strebungen zunehmend mit logisch-kognitiven Inhalten angereichert, überbaut und zu einem komplexen Selbstbild geformt. Diese Bestrebungen und ihre kognitiven Überbauten bilden grundlegende und immer mehr ausdifferenzierte existenzielle Seinsentwürfe aus einer zuvor rein somatisch-vegetativen Existenzebene. Werden die Seinsentwürfe später in der weiteren kortikalen Reifung des Individuums durch das reflexive Cogito (verinnerlichte bewertende Teilrepräsentanzen) reflektiert, offenbaren sich diese Teilidentitäten als bloße Entwürfe. Das Ich – das Bewusstsein des Empfindens somatisch-vegetativer erotischer oder aggressiver Spannung und später auch des Denkens von Selbstkonzepten – verliert sozusagen den Kontakt (In-Situation-sein) zu seiner Identität, seinem Entwurf und seiner Umwelt, wodurch es sich selbst zu nichten und aufzulösen droht. Dabei empfindet das Ich keine feste und definierte Existenz und gerät in eine existenzielle Leere ohne Seinsentwurf – eine fundamentale Entzweiung zwischen reflektierendem, bewertendem Bewusstsein (entwerfende Instanz) und dem bewerteten Ich (Entwurf) – woraufhin es somatisch-vegetativ mit einem kompensatorischen Ausgleich des Empfindens von Seinsverlust und Auflösung der Existenz reagiert. Das Individuum kann also in der Selbstreflexion regelrecht den Kontakt zu seinen Seinsentwürfen durch die Offenbarung derselben als solche verlieren und damit auch das Gefühl für seine Existenz. Der Organismus versucht sich dann auf prälogische somatisch-vegetative Art zu spüren und wechselt in den autoerotischen oder auch autoaggressiven Modus, um hierdurch Spannung in der Seinsleere zu erzeugen und so den Organismus sinnlich und spürbar lustvoll oder schmerzhaft zu reizen. Um genau diese somatisch-vegetative Spannung im Bewusstsein geht es letztlich im Sein. Sie wird durch die existenzielle Angst in der Seinsauflösung und Seinsleere der Selbstreflexion oder des Beziehungsabbruchs zum Objekt erzeugt, indem sie sofort bei ihrem Auftreten in somatisch-vegetative Spannung (primäres Sich-in-Situation-begeben) umgewandelt wird. Diese Spannung und ihre darauf folgende Lösung im autoerotischen oder autoaggressiven Kontakt mit dem eigenen Organismus erzeugen ein ähnliches Seinsgefühl wie der reale erotische oder aggressive Kontakt mit der Umwelt. Wird später beispielsweise der lustvolle und erotisch angenommene somatisch-vegetative Seinsentwurf angezweifelt oder genichtet, tritt, von existenzieller Angst getrieben, sofort der unlustvolle und aggressiv abgelehnte somatisch-vegetative Seinsentwurf an seine Stelle. Der Organismus kann sich also besonders leicht und intensiv durch das Ausleben eigentlich objektgerichteter Strebungen an sich selbst stimulieren und dadurch spürbar Sein machen. Er geht mit sich selbst in Kontakt statt mit der Umwelt. Auch später macht sich der Mensch diese physische Form der Ablenkung vom Nichtseinskomplex weiterhin zunutze, wenn er durch sein zunehmendes kognitives Vermögen, sich mittels seines reflexiven Cogitos selbst in seinem Sein zu hinterfragen, existenzielle Angst vor Leere verspürt. Aus den ursprünglich rein triebhaften somatischen Hemmungen (du bist böse; ich bin böse) und Verstärkungen (ich bin gut; du bist gut) werden durch die fortschreitende kortikale Reifung allmählich regelrechte aggressiv-hemmende (schmerzhaft) und erotisch-verstärkende (lustvoll) kognitive Leitsätze (Ge-und Verbote). Der Mensch erlernt also mit seinen biologischen objektgerichteten Triebstrebungen der frühen Ontogenese und ihrer positiven sowie negativen Spiegelung durch die Umwelt ein bestimmtes individuelles Seinsgefühls, sein grundlegendes Bild von sich selbst und seiner Umwelt, nach dem er dann sich und seine Umwelt behandelt, um sich als Sein zu spüren. Damit geht die ganz individuelle Art und Weise einher, angstbedingte Spannung der psychischen Leere auch ohne reale Objekte auf somatischer Ebene abzubauen und sich so zu beruhigen. Mit der Verinnerlichung des Konfliktes zwischen angenommenen erotischen und unterdrückten aggressiven Triebimpulsen verinnerlicht der Säugling zunächst auf rein somatisch-vegetativer Ebene das Bezugsobjekt, welches diesen Grundkonflikt ebenfalls in sich trägt und dadurch auch auf den Säugling überträgt. Der Mensch greift dann auch später bei empfundenen existenziellen Ängsten wie Furcht vor Verlassenheit, Vereinzelung, Sinnlosigkeit und letztlich dem Nicht-sein immer wieder auf diejenigen Strebungen zurück, die ihm im Säuglings- und Kindesalter die größte Seinsbestätigung und folglich Ablenkung von existenzieller Angst ermöglicht haben. Auf einer späteren logischen und differenzierteren psychischen Entwicklungsstufe sind die angenommenen und abgelehnten Entwurfanteile dann bereits klarer und vielfältiger voneinander gespalten und abgegrenzt, was ein Projizieren der Existenzangst in Form verschiedener Phobien in die Umwelt ermöglicht. Alle späteren Formen von Angst werden sich immer auf diese primäre Angst des Nicht-seins zurückführen lassen! Man kann also festhalten, dass der Säugling den Kontakt zum versorgenden Objekt existenziell braucht, um sich zu spüren. Vor und unmittelbar nach der Geburt empfindet das Individuum wahrscheinlich zunächst noch keinen Unterschied zwischen sich selbst als Subjekt und der Bezugsperson beziehungsweise deren gesamte Welt als Objekt. Es ist fest und sicher in die somatischen Grenzen der Mutter (Uterus, Brust, Arme) verwoben und eingebunden, was gemeinhin den Zustand des primären Narzissmus bezeichnet. Wacht das Kind jedoch in seinem noch sehr physisch geprägten Bewusstsein auf und sieht sich ohne körperliche Beziehung (Soma und Psyche sind noch nicht voneinander differenziert) mit der versorgenden Bezugsperson in eine physische und psychische Leere der Welt geworfen, wird es sogleich von tiefer diffuser Existenzangst des Nichtseins gepackt und überflutet. Sofort regen sich in ihm in seiner diffusen Existenzangst die sinnlich reizenden Triebstrebungen, die sich in physischer und psychischer Spannung offenbaren. Das Seinsgefühl wird dann vermittelt, wenn die lustvolle erotische oder schmerzhafte aggressive Spannung entweder zum äußeren realen Objekt oder aber auch zum inneren Objekt (Introjekt) gerichtet wird, um sich an dessen Grenze im Kontakt mit diesem zu entladen und so Befriedigung zu erlangen. Befriedigung bedeutet, dass man sich als ein gutes und angenommenes Sein im primär-narzisstischen Zustand (wahrscheinlich wie ungeboren) empfindet, bis es durch ein Gegenüber (interpsychischer realer Kritiker) oder das reflexive Cogito (verinnerlichter innerpsychischer Kritiker) erneut infrage gestellt wird und wieder eine diffuse Leere sowie Existenzangst auftreten, die abermals in Spannung und Entladung münden. Im Beziehungsabbruch versucht sich das Individuum also selbst das Gefühl zu geben, voll von Sein zu sein (vgl. SARTRE, S. 1048 ff). Dabei behandelt es sich unbewusst teilweise selbst wie ein geliebtes oder gehasstes Objekt, das zuvor seine Bezugsperson war, und umschließt oder attackiert sich physisch, um seine ohne das Objekt empfundene Seinsleere zu beseitigen. Die Bezugsperson wurde, bezogen auf die Triebstrebungen des Kindes, sowohl als ein erotisches, lustvolles und liebendes als auch als ein aggressiv, schmerzendes und gehasstes Objekt in das Subjekt des Säuglings verinnerlicht und dort als ein erstes grundlegend in Gut und Böse gespaltenes Introjekt psychisch verankert. Mit der Verinnerlichung der sich widersprechenden Bezugsperson in versorgend (physisch/ psychisch voll sein und geliebt werden) und versagend (physisch/psychisch leer sein und gehasst werden) wurden zwei grundlegende Teilentwürfe physisch und psychisch im Subjekt verinnerlicht. Gut (libidinös) und Böse (antilibidinös) werden so von einem intersubjektiven zu einem intrasubjektiven und in der späteren Beziehungsgestaltung erneut zu einem intersubjektiven Konflikt. In der Versagung durch die Umwelt ist das zunächst omnipotente primär-narzisstische Seinsgefühl, in welchem sich das Kind absolut entspannt spürt, bedroht. Es kommt zur beschriebenen Rückwendung objektgerichteter Bedürfnisstrebungen gegen sich selbst und zu einer autonomen sowie von der Außenwelt scheinbar unabhängigen Ersatzbefriedigung am eigenen Körper. Das Urvertrauen des Säuglings in die Welt, in den primären Narzissmus und damit in das bedingungslose Seindürfen, erfährt so eine erste tiefe Erschütterung. Um es noch einmal zu betonen: Die erotischen und aggressiven Triebstrebungen suchen sich regressiv ein Ersatzobjekt oder eine Befriedigung am Subjekt selbst stellvertretend für das reale Objekt, welches die Strebungen zurückweist oder ganz aus der Beziehung tritt (vgl. FAIRBAIRN, 2007, S. 89 ff). In diesem Fall kommt es zur Selbststimulation am Introjekt statt zur Stimulation am ursprünglichen Zielobjekt. Die Selbststimulation ist letztlich nichts anderes als ein zunächst auf somatischer Ebene unbewusst Seinsempfinden verschaffendes Sich-in-Situation-begeben. In diesem Kontakt mit sich selbst behandelt man sich teilweise wie ein Objekt, auf welches die Triebstrebung abzielt. Die Folge ist, dass die diffuse Angst vor Leere und Auflösung von der psychisch noch undifferenzierten somatisch-vegetativen Bewusstseinsebene aus in einer somatisch-vegetativen (muskulären) erotischen oder aggressiven Spannung gehalten und dort verfestigt wird, um ihr lähmendes psychisches Empfinden zu verhindern (vgl. REICH, 2006, S. 449 ff). Diejenigen Triebstrebungen und ihre späteren dazugehörigen psychischen Entsprechungen, welche am stärksten in der Beziehung zur Bezugsperson befriedigt und versagt bleiben, bestimmen die beobachtbare Selbststimulation sowie die ambivalente Beziehungsgestaltung mit den Objekten in weiten Teilen der späteren Lebensbereiche (vgl. MENTZOS, 2005, S. 42 ff). Die hierdurch entweder progressiv auf das Objekt hin oder regressiv auf das Subjekt zurückgelenkten organismischen Strebungen sind also deutlich im alltäglichen Umgang mit sich und anderen sichtbar. Man verinnerlicht sozusagen in der Anpassung an das verstärkende und versagende Objekt dessen erotische Ge- und aggressive Verbote als stark ambivalente Selbst-Objekt-Dyaden (vgl. KERNBERG, 1998, S. 98 f.). Der Säugling bildet in sich demnach unbewusst einen ersten sich selbst widersprechenden Seinsentwurf, der einerseits zu Teilen von der Bezugsperson erwünscht und andererseits zu Teilen von dieser unerwünscht und dadurch letztlich grundlegend in Gut und Böse gespalten ist. Die Art und Weise der Betonung (Bewertung) früherer Triebstrebungen und ihrer psychischen Überbauten durch primäre Bezugsobjekte bestimmt damit den späteren Umgang sowohl mit äußeren als auch mit introjizierten Objekten (Introjekten). Die introjizierte sanktionierende und belohnende Bezugsperson wird zum Bestandteil der eigenen Psyche und stellt auch innerhalb derselben die abwehrende (erotisch verstärkende oder aggressiv unterdrückende) Instanz dar, zu der man aber inzwischen selber geworden ist. Der geschilderte Vorgang der Introjektion darf jedoch nicht als ausnahmslos pathologisch aufgefasst werden. Vielmehr bildet er die Grundlage der Identität aller Individuen und ist die logische Konsequenz eines normalen Sozialisationsprozesses. Das individuelle Ausmaß der inneren Spaltung der Introjekte hängt jedoch letztendlich von der Qualität und Quantität der Sozialisation ab. Die durch die Psychoanalyse geprägten phasentypischen Impulse (vgl. ABRAHAM, 1999; REICH, 2006, S. 220 ff) und ihre teilweise sozialisationsbedingte Rückwendung gegen das Subjekt selbst bilden sozusagen in sich ambivalente Grundentwürfe, die den grundlegenden Kampf des Individuums gegen seine innere Seinsleere und gegen sein Nicht-sein verdeutlichen. Diese im Verhalten sichtbare individuelle Kombination aus akzeptierten und verbotenen Impulsen sowie der unentwegte Versuch, trotz innerer Spaltung und abgelehnter Impulse ein Empfinden des unbedingten Gutseins zu erhalten, bilden seit frühester Kindheit die ambivalente (angenommene Strebungen werden erotisch verstärkt/ abgelehnte Strebungen werden aggressiv unterdrückt) und bipolare Abwehr des Nichtseinskomplexes und damit die grundlegende Persönlichkeits- oder Charakterstruktur. Man ist also im Grunde die einzigartige Kombination der Summe aller verinnerlichten Objektbeziehungen seines Lebens. Die Struktur wird somit als Folge der Verinnerlichung frühester ambivalenter Objektbeziehungen angesehen (vgl. FAIRBAIRN, 2007, S. 205 ff). Die Struktur bewährte sich lange Zeit mit ihrer scheinbaren Unabhängigkeit von der Seinsspiegelung durch reale Objekte mittels spezifischer individueller Selbststimulation als optimal zur Abwehr gegen den Nichtseinskomplex. Hierauf greift das Individuum jederzeit wieder vom psychischen auf den somatischen Inhalt regressiv zurück, sollte das Seinsgefühl neuerlich versagt bleiben. Alle Triebe entspringen einem gemeinsamen grundlegenden (primär-narzisstischen) Identitätsstamm, in dem alle Triebstrebungen noch unbeschränkt existieren dürfen. Von ihm aus wird der noch einheitliche Grundentwurf zur Erlangung positiver Spiegelung durch Verwehrung derselben in sich widersprechende Partialentwürfe (schizoide Disposition) gespalten, ähnlich einem Baum, der sich in seinem Wachstum seiner Umwelt anpasst und im Zweifelsfall lieber geteilt um das Hindernis herumwächst, statt einheitlich vernichtet zu werden, auch wenn seine Äste dabei getrennte Wege einschlagen müssen. Mit dieser primären Spaltung in einen guten und einen bösen Partialentwurf geht auch sofort die Verinnerlichung der bewertenden, reflektierenden und überwachenden Instanz einher, die den Kontakt trotz Vorhandenseins eines Gegenübers durch ein endloses Kreisen über das Subjekt selbst erschweren kann, statt den Kontakt als erotisches oder auch aggressives Ich unbewertet und ungebremst zuzulassen. Anders als FAIRBAIRN (2007, S. 166 ff) gehe ich jedoch nicht von der Annahme aus, dass den ambivalenten Introjekten ein sogenanntes ungespaltenes zentrales Ich gegenübersteht. Vielmehr behaupte ich, dass unmittelbar nach der Geburt noch gar keine psychische Instanz eines Ichs als Trennung des Subjekts zur Objektwelt vorhanden ist. Vielmehr muss ein auf den primären Narzissmus folgendes und eher vegetativ-emotionales Ich (Bewusstsein) erst durch den wiederkehrenden Kontakt mit der Umwelt und ein damit einhergehendes Stoßen an die Grenzen des Omnipotenzempfindens zwangsläufig in ein erregendes und ein versagendes bipolares Ich gespalten werden. Jedoch können meines Erachtens sowohl die Quantität als auch die Qualität der Besetzung der gespaltenen Ich-Anteile individuell, je nach Umwelterfahrungen, sehr verschieden sein. Bei einer grundlegenden Erfahrung des organismischen Angenommenseins beispielsweise wird die Spaltung des frühen Ichs deutlich geringer tiefgreifend und auch nur in geringen Anteilen stattfinden. Bei negativen Grunderfahrungen geschieht natürlich das Gegenteil einer tiefgreifenden bis hinzu vollständigen Ich-Spaltung, die sämtliche Bereiche des Ichs betreffen kann. Man besetzt in seinem Bewusstsein (Ich) dann abwechselnd, je nach äußerer Spiegelung (positiv bedeutet Beziehungs- und Existenzerhaltung; negativ bedeutet Beziehungs- und Existenzabbruch), immer entweder nur das erregende oder das versagende Introjekt und ist mit diesem identifiziert. Wird man negativ von den Menschen seiner Umwelt gespiegelt, besetzt das Ich auch das Introjekt negativ und behandelt den Organismus autoaggressiv. Wird man dagegen positiv gespiegelt, besetzt das Ich den grundlegenden positiven Entwurf (Introjekt) und behandelt den Organismus autoerotisch. Fehlt ein Kontakt gänzlich, dann hängt die innere Besetzung des Introjekts von dessen Dominanz ab. Ein gewisses Maß an therapeutischer Selbsterfahrung kann diesen sich widersprechenden Ich-Anteilen, besonders den unterdrückten guten Anteilen, vielleicht ein stützendes alternatives Hilfs-Ich zur Verfügung stellen. Dieses vermag jedoch meines Erachtens höchstens die enorme Einseitigkeit und Ausprägung beider Ichs abzuschwächen, nicht jedoch vollständig auszulöschen. Eine gänzlich unabhängige, neutrale und überschauende Ich-Instanz bildet dieses Hilfs-Ich demnach keineswegs. Die menschliche Existenz ist also ab der Geburt grundlegend durch diese innere Spaltung und Ambivalenz der Bewertungen gekennzeichnet, wenngleich das Ausmaß der Spaltung und damit die psychische Gesundheit individuell sehr verschieden sein kann, wie es uns die großen Philosophen in ihrer oft tiefgreifenden inneren Spaltung zeigten. Um noch einmal zur Verdeutlichung das Beispiel mit dem Baum und seinen Ästen heranzuziehen: An der Stelle der Aufgabelung der ersten Äste vom Stamm befinden sich die grundlegende gespaltene Anpassung an das Objekt und seine Welt sowie die damit einhergehende Abwehr gegen das Gewahrwerden von Leere, Vereinzelung und Sein zum Tode (vgl. HÜGLI/HAN, 2001, S. 138). Dies ist auch die Grundlegung der schizoiden Struktur, in welcher sich das Subjekt aufgrund zu vieler unterdrückter autoaggressiver Strebungen gegenüber seiner Umwelt als grundlegend anders, von ihr getrennt und abgelehnt empfindet (vgl. FAIRBAIRN, 2007, 89 ff). Mit den regressiven subjekt- oder ersatzobjektgerichteten Triebstrebungen sind meist typische beobachtbare Objektbeziehungsmuster verbunden, die unten kurz idealtypisch umrissen werden sollen. Die nach SCHULTZ-HENCKE (1951, S. 16 ff) bezeichneten und von KLUßMANN (1998, S. 9 ff) erweiterten Phasen stellen jeweils eine ganz spezifische Form solcher Objektbeziehungsmuster als Abwehr des Empfindens der Seinsversagung beziehungsweise des Nichtseinskomplexes dar. Das Ziel dieser im Charakter eines jeden Menschen beobachtbaren Abwehrmechanismen ist die Aufrechterhaltung des Empfindens eines grundlegenden Gut-, Liebenswert- und Angenommenseins. Man will um jeden Preis von seiner sozialen Umwelt zunächst somatisch und später auch emotional versorgt werden. Da die frühesten Beziehungen zur Umwelt noch an grundlegende Bedürfnisbefriedigungen beziehungsweise Triebbefriedigungen durch die Außenwelt zur Überlebenssicherung gekoppelt waren, haben die primären und noch weder verbal noch kognitiv erfassbaren Erfahrungen (unzureichende kortikale Reifung, zu wenig Umwelterfahrungen und folglich fehlender psychischer Niederschlag derselben) einen existenziell stark drängenden Charakter auf subkortikaler unbewusster Ebene. SARTRE nannte den noch primär auf Triebstrebungen basierenden und sich später symbolisch ausdrückenden Entwurf den ,Seinsentwurf’ (2006, S. 970). Auf den primären Narzissmus (noch keine Spaltung des organismischen Ichs in erotisch und aggressiv) folgt dann zeitlich die schizoide Phase, in welcher das Subjekt auf Grenzen und Zurückweisungen bezüglich der Versorgung von Triebbedürfnissen in der Umwelt trifft. Das Kleinkind erfährt sich sozusagen als begrenzt und auf sich selbst zurückgeworfen. Um dieses Empfinden zu lindern, reflektiert und bewertet es sich, um dem erwünschten Idealbild zu entsprechen, indem es versucht, sich kompensatorisch seine Triebbedürfnisse selbst zu befriedigen und sich dadurch selbst sein zu machen. Dabei zieht es sich vom Objekt in sich selbst zurück und wird wiederkehrend von dem Empfinden heimgesucht, grundlegend anders als die Umwelt zu sein und nicht dazuzugehören. Im weiteren Entwicklungsverlauf folgen dann immer mehr von den Triebbedürfnissen entkoppelte Seinsbedürfnisse wie die der emotionalen Versorgung durch die Gemeinschaft, der Selbstbehauptung und Abgrenzung von anderen oder auch der sexuellen Attraktivität, der Selbstwirksamkeit und des Erhaltens von Anerkennung und Bewunderung. Später verinnerlicht der Mensch auf kognitiver Ebene auch Seinsspiegelungen verbaler und kognitiver Art (was man über ihn sagt oder denkt). Sind die primären Kontaktaufnahmen des Individuums mit seiner Umwelt zunächst überwiegend triebhaft-somatisch und emotional-vegetativ (prälogisch unbewusst), werden die späteren Kontakte hingegen zunehmend psychisch und verbal-kognitiv (logisch bewusstseinsfähig) und bauen auf den somatischen Erfahrungen der früheren Kindheit auf. Das bedeutet, dass in der Psyche nicht nur weiterhin grundlegende zwischen erwünschten und unterdrückten Triebstrebungen gespaltene Teilsubjektrepräsentanzen verankert bleiben, sondern im weiteren Reifungsprozess zunehmend auch gespaltene kognitive Selbstentwürfe (Selbstkonzepte, Schemata (vgl. ARBEITSKREIS OPD, 2006, S. 97 f.) hinzukommen. Die kognitiv komplexeren Teilsubjektrepräsentanzen bleiben jedoch ein Leben lang von den emotional-vegetativen Repräsentanzen sichtbar eingefärbt und bilden so einen erkennbaren psychischen Niederschlag von den primären somatischen Bedürfnissen (vgl. KLUßMANN, 1998, S. 23). Entsprechend dieser Interaktionen sowie der daraus resultierenden erotischen (angenommenes Sein) und aggressiven (abgelehntes Sein) Selbst- und Objektrepräsentanzen werden dabei auch die psychische Stabilität und die Flexibilität des Individuums von der primär-narzisstischen Wurzel an grundgelegt. Wenn man nun aus dem Vorherigen den Schluss ziehen kann, dass sich das Subjekt nur in dem Ausmaß als liebevoll, gut und angenommen empfinden kann, in welchem es in seinen primären Strebungen als lustvoll, erotisch und befriedigend vom Bezugsobjekt angenommen wurde, dann lässt dies ebenfalls den Schluss zu, dass sich das Subjekt bei übermäßiger Zurückweisung von primären Triebstrebungen als aggressiv, gefährlich und nicht liebenswert empfindet und genauso wiederkehrend mit sich selbst und seiner Umwelt verfährt. Der primäre unbewusste Selbstwert ergibt sich demnach bereits aus der Summe erotisch angenommener und aggressiv abgelehnter sowie unterdrückter Triebstrebungen.
Ziel einer therapeutischen Behandlung müssen dann innerhalb eines sozial verträglichen Rahmens die Aufdeckung, die Mobilisierung sowie die Ausrichtung grundlegend unterdrückter und abgelehnter aggressiver Organismusstrebungen auf die Objekte sein. Dies wird durch die liebevolle Reintegration der aggressiven Anteile in das Selbstbild erreicht. Hierzu braucht es eine vertrauensvolle, wertschätzende und annehmende Haltung des Therapeuten in einer echten Beziehung (vgl. FAIRBAIRN, 2007, S. 257 ff), da nur so der gesamte Organismus die Erfahrung machen und feststellen kann, dass er nicht mehr gefährlich für seine Umwelt und damit auch nicht mehr für sich selbst ist, sondern grundlegend primär-narzisstisch annehmbar und liebenswert, auch wenn er destruktive Anteile besitzt. Dies wiederum bildet die Grundvoraussetzung für ein gewisses Maß an Selbst- und Fremdliebe und ermöglicht eine unbefangenere und für die Lebenserhaltung notwendige Kontaktaufnahme mit der Umwelt. Sekundär ergibt sich daraus erst auch die Fähigkeit zu Bedürfnisaufschub bei dem anhaltenden Gefühl des Angenommenseins. Die unten aufgeführten vier Phasen stellen die zunächst auf rein triebhaften Strebungen beruhenden Objektbeziehungen entsprechend des somatischen Entwicklungsstandes des Organismus dar. Die belebten und unbelebten Objekte werden dabei noch somatisch-vegetativ über die Sinnesorgane, den Mund, den Anus, die Muskulatur oder auch die Geschlechtsorgane angestrebt. Im späteren kortikalen Reifen sowie im vermehrten Objektkontakt werden auf diese somatisch-vegetativen Grundlagen des Objektkontakts mit primären Objekten dann zunehmend verbal-kognitive Selbst- und Fremdkonzepte aufgebaut. Der Rückgriff auf die rein somatisch-vegetative Objektbeziehung bei Objektverlust stellt demnach eine ontogenetische Regression dar.
Zusammenfassend stelle ich fest: Menschliches Handeln, Fühlen und Denken werden maßgeblich durch primäre angenommene und abgelehnte gespaltene somatisch-vegetative Seinsentwürfe bestimmt. Sie sollen angesichts einer ständig unter der Anzweiflung lauernden Bedrohung der Seinsleere, die durch äußere böse Objekte oder innere bedrohliche Anteile hervorgerufen wird, ein gutes, volles und absolutes Seinsempfinden sowohl auf somatisch-vegetativer als auch auf verbal-kognitiver Ebene vermitteln und dieses verteidigen. Dabei werden die angenommenen erotischen Entwurfanteile verstärkt gezeigt, die abgelehnten aggressiven hingegen ausgeblendet, verdrängt, unterdrückt oder bekämpft. Diese primären gespaltenen Entwürfe erfahren in der Ontogenese verbal-kognitive Überbauten (Selbstkonzepte), welche jedoch bei Anzweiflung und Gefahr der Infragestellung (Nichtung) sofort zurück zu ihren somatisch-vegetativen Ursprüngen regredieren, um die entstandene existenzielle Seinsleere sogleich durch ein prälogisches Sich-in-Situation-begeben zu füllen. Man kann also nicht nichts sein! Die Art des regressiven und triebhaft-organischen Umgangs des Säuglings mit seiner Objektwelt und sich selbst bestimmt auch später symbolisch ein Leben lang die progressiven Objekt- und Subjektbeziehungen des gereiften Individuums. Das progressive und komplexe kognitive Engagieren in einen Seinsentwurf wird so durch ein rein biologisches und existenziell sehr drängendes neurotisches Engagieren ersetzt. Psychotherapeutisch gilt es dieses unangenehme existenzielle Drängen und Leiden des regressiven Sich-engagierens zu mindern. Dies wird erreicht, indem man sowohl auf verbal-kognitiver als auch begrenzt auf somatisch-vegetativer Ebene eingeengte, unbewusste und neurotische Seinsentwürfe, die ein grundlegendes Empfinden des Gutseins sichern sollen, durch Perspektivwechsel mithilfe eines therapeutischen Metaselbstentwurfs erweitert, sie flexibler und bewusster macht. Dadurch werden einem Wahlalternativen zur Verfügung stellt, die imstande sind eine Anzweiflung des bisherigen Seinsentwurfs durch ein erweitertes und freieres Selbstkonzept alternativ zu kompensieren. Ausgeblendete, verdrängte oder bekämpfte Schwächen, Unvollkommenheiten und Defizite können aus der erweiterten Perspektive des Metaseinsentwurfs leichter akzeptiert und angenommen werden. Das gute, volle und absolute Seinsempfinden wird dann durch das wiederkehrende Einnehmen eines Metaentwurfs geschützt, mit dem man sich durch die therapeutische Bewusstmachung nun aus der verinnerlichten Perspektive des überschauenden Therapeuten mit einem Abstand zu seinen bisherigen einengenden Entwürfen identifizieren und so beim Selbstreflektieren vor Anzweiflung schützen kann. Dieser Entwurf ist zwar durch seinen Umfang und seine Erweiterung etwas geschützter vor Nichtung, jedoch ist auch er nicht gänzlich davor gefeit. Neben einer wirklich schmerzvollen und mutig erarbeiteten Erweiterung des Selbstkonzepts mit einer Reintegration abgelehnter und Scham- sowie Schuldgefühle erzeugender Selbstanteile können solche Metaselbstentwürfe nicht selten auch die Qualität radikaler spiritueller, philosophischer oder religiöser Anschauungen erreichen. Diese wären dann eine falsche und unaufrichtige Selbstkonzepterweiterung, die nach wie vor hoch neurotisch und von ausgeprägter Verdrängung und Spaltung gekennzeichnet ist. Zudem versucht ein Zurückgreifen auf einen solchen spirituellen, transzendenten und allumfassenden Metaentwurf über die Tatsache hinwegzutäuschen, dass unser Sein fest in der Hand unbewusster, primärer und prälogischer Selbstentwürfe auf somatisch-vegetativer und emotionaler Ebene ist. Man kann sich noch so sehr an kognitive Überzeugungen klammern. Letztlich werden diese jedoch immer wieder regressiv von tief verwurzelten und existenziell drängenden (emotional, vegetativ) Seinsentwürfen übermannt und regelrecht weggefegt. Diese Begrenzung in der Freiheit der Selbstwahl als freien Entwurf kann man letztendlich nur akzeptieren und hinnehmen, will man sich nicht ständig neurotisch neu erfinden müssen und sich selbst etwas vormachen. Auch die Psychotherapie stößt in ihrem Versuch die Seinsentwürfe aufzuzeigen, sie zu erweitern und frei wählbar zu machen auf eine deutliche Grenze, da bei einer anhaltend gravierenden Seinsversagung (Objektverlust, Beziehungsabbruch, Anzweiflung, existenzielle Bedrohung) die verbal-kognitiven Überbauten und Seinskonzepte nicht mehr zur positiven Selbstbehauptung ausreichen und sofort von primitiven und existenziell drängenden somatisch-vegetativen Entwürfen, für die es keine kognitive Entwurferweiterung gibt, regressiv und ,unfreiwillig’ übernommen und ersetzt werden. Diese archaischen Bereiche bleiben der Psychotherapie weitestgehend unzugänglich, da sie nicht verbal-kognitiv erfassbar sind und die somatisch-vegetativen Entwürfe eben nur symbolisch, unvollständig und spekulativ ,begreifbar’ gemacht werden können.
Nach einer sehr kurzen primär-narzisstischen Phase physischer und psychischer Verschmelzung mit der Mutter unmittelbar vor und nach der Geburt durchläuft das Individuum die folgenden idealtypischen objektgerichteten Entwicklungsphasen (vgl. FAIRBAIRN, 2007, S. 171 ff), wobei es immer den befriedigten, entspannten und bedingungslos geliebten Zustand des Nicht-Ich (primär-narzisstisch) anstrebt, der sich in den späteren Phasen als sekundärer Narzissmus offenbart. Aus den dargestellten Phasen leiten sich unter anderem auch mögliche therapeutische Interventionen ab. So kann beispielsweise ein anal-zwanghafter Typus lernen, selbstwirksamer zu sein, indem er zunehmend Unordnung und Einmischen von außen sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene aushält. In jedem Fall geht es darum sein Empfinden von Gut-sein auch ohne Objekte zeitweise in sich selbst aufrecht zu erhalten.
Die folgenden Phasen existieren in der Realität freilich nicht in einer derart voneinander differenzierten Weise. Vielmehr treten sie meist als Mischformen auf, deren Bestandteile man durch sorgsame Beobachtung herauskristallisieren muss:
Intentional (schizoid):
•Hintergrund: das Subjekt er- und begreift die Welt mittels seiner Sinnesorgane (Körpergrenzen) und erlebt durch eine empfundene Zurückweisung oder Unterversorgung eine tiefe Kluft und Trennung zwischen sich und der gefährlichen Welt da draußen; es erlebt sich als von der Welt getrenntes, schlechtes Ding; die Welt ist gefährlich, unberechenbar und unsicher; Angst, falsch zu sein; extreme Polarisation zwischen Gut und Böse
•Verteidigung bei drohendem Objektverlust: das Subjekt versucht mittels einseitiger Identifizierung mit dem fast übernatürlichen Guten unter extremer Verzerrung bis hin zur Ausblendung der Objektwelt das mit ihm verschmolzene Böse in der Außenwelt auf Distanz zu halten und zieht sich in sich selbst zurück; das Böse wird entweder selbstverletzend in einem selbst (autoaggressiv) bekämpft oder radikal im Außen verortet; übernatürlich jenseits der Welt sein gleich Gut-sein
•Motiv: Ich bin anders als Du! Die Welt und alle anderen sind nur kalt, böse und gefährlich! Sei wie ich oder Du bist böse!
•Ziel der Sozialisation: Lockerung der strikten Trennung zwischen rein guter und böser Subjektwelt sowie rein guter und böser Objektwelt; Gewinnen von Urvertrauen in das eigene Gutsein mit dem Gefühl des Eingebundenseins in der Welt (Hingabe an das Leben); Gut und Böse sind Bestandteil allen Seins und dürfen auch in einem selbst existieren; Erkennen, dass das Gegenüber im Innern kein gefährlicher Fremder ist, sondern ein Gleichgesinnter; in die Welt gehen und mir ihr verbunden sein
Oral (depressiv):
•Hintergrund: aggressive und undifferenzierte Objekteinverleibung und Identifizierung mit dem guten Objekt (Inkorporation, Introjektion) zur Füllung der Leere durch mangelnde libidinöse und physische Versorgung; Nehmen, Umschließen, liebend Aufzehren; Verschmelzung und Bindung, um ebenfalls gut zu sein
•Verteidigung bei drohendem Objektverlust: das Gute wird vom Subjekt selbst zur Selbstfüllung einverleibt, aufgezehrt und umklammert statt es vom Objekt versagt zu bekommen, von ihm abhängig zu sein und verhungern zu müssen; dem versagenden Bösen wird nun durch die selbstversorgende Unabhängigkeit des Subjekts seinerseits die Versorgung versagt; voll sein (versorgen) gleich Gut-sein
•Motiv: Ich bin wie Du, gehöre zu Dir und möchte nicht ohne Dich allein sein und mich selbst entwerfen müssen! Geh nicht, ich brauche Dich, um gut zu sein!
•Ziel der Sozialisation: das gute, füllende Objekt wieder loslassen und sich selbst ohne dieses als ein gutes und volles Subjekt empfinden; das mitgeschluckte Böse ausstoßen und sich von ihm abgrenzen; Angst vor Abgrenzung durch Überzeugung inneren Gut-seins überwinden
Anal (zwanghaft):
•Hintergrund: Abgrenzung, Verstreuung, Revier-/ Raumgrenzen; aggressive Verteidigung gegen das böse, fordernde, bestimmende, sich einmischende und infrage stellende Objekt; Objektausstoßung (Exkorporation, Projektion), Selbstwirksamkeit, Objektgestaltung und -kontrolle, Andersartigkeit; Gegenwehr gegen Fremdbestimmung und Anpassung
•Verteidigung bei drohendem Objektverlust: das Gute wird vom Subjekt selbst selbstwirksam erschaffen, produziert, geformt und konserviert (von Schmutz, Zweifel und Unordnung gereinigt und befreit) statt vom Objekt kränkend aufgezwungen; das eindringende Böse wird nun aggressiv beseitigt, beschmutzt/penetriert und bekämpft; sauber und ordentlich sein gleich Gut-sein
•Motiv: Die anderen Bösen bedrohen mich sowie meinen Entwurf durch Infragestellung und müssen weg! Lass mich in Ruhe! Wenn Du mich behinderst, vernichte ich Dich! Sei perfekt!
•Ziel der Sozialisation: das fordernde, böse, übermächtige und infrage stellende Objekt in seine Grenzen weisen und dessen Forderungen von den realen Anforderungen des Lebens trennen (säubern), um dessen Macht in Form von Selbstwirksamkeit zu übernehmen, ohne es dabei zu vernichten; Annehmen eigener aggressiver und abgrenzender Selbstanteile entgegen der einstigen Anpassung ohne Schuldgefühle aus ehemals bedingter Liebe
Genital-Phallisch/Ödipal (hysterisch [weiblich] / narzisstisch [männlich]):
•Hintergrund: das Subjekt von der Objektwelt bestätigen lassen müssen aufgrund mangelnden Selbstwertes; Abhängigkeit von der Bewunderung anderer; Festigung grundlegender Identität (insbesondere Geschlechtsidentität), Selbstaufwertung gegenüber sowohl dem selbstbezogenen und bindenden (abhängige Mutter) als auch dem erniedrigenden und unerreichbaren (autonomer Vater) Objekt (vgl. DREITZEL, 2004); Überbetonung eigener Macht, Größe und Grandiosität/Omnipotenz gegenüber empfundener Minderwertigkeit und Abhängigkeit; entweder in minderwertiger Abhängigkeit vom bindenden Elternteil (eigene Unterwerfung und Anbetung des grandiosen Vaters) oder in grandioser Unabhängigkeit des unerreichbaren Elternteils sein (eigene Selbsterhöhung und Erniedrigung der minderwertigen Mutter)
•Verteidigung bei drohendem Objektverlust: das Subjekt oder das identifizierte Objekt wird idealisiert, vergrößert und durch Leistung (Tuning) maximiert und aufgewertet statt vom Objekt kränkend verkleinert, minimiert und erniedrigt; das erniedrigende Böse wird nun entwertet und verkleinert; viel und besonderes haben und sein (überhöhter Anspruch an Geschlechtsidentität statt echter Zuwendung) gleich Gut-sein
•Motiv: Ich bin in meinem Entwurf besonders gut durch die bewundernde Bezugnahme der anderen auf mich – besonders als geschlechtlich begehrenswertes Individuum! Schau wie großartig ich bin; Du hast keine Chance gegen mich, denn ich bin besser!
Ziel der Sozialisation: die Festigung einer guten Subjekt- und Geschlechtsidentität ohne permanentes Angewiesensein auf bestätigende (spiegelnde) Objekte und viele grandiose Gegenstände; Verzicht auf Herabwürdigung anderer bei Konkurrenzempfinden; vorübergehend eigenständige Selbstwertregulation aus sich selbst heraus auch ohne Verweis auf grandiose Objekte; erreichbare realistische Geschlechtsidentität durch emotional erreichbare und zugleich führende geschlechtliche Vorbilder beider Eltern
Literatur
Abraham, K. (1999). Psychoanalytische Studien. Bd. I, S. 165–226, Gießen: Psychosozialverlag
Arbeitskreis OPD (Hrsg.). (2006). Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik OPD-2, S. 97 f., 1. Aufl., Bern: Hans-Huber, Hogrefe AG
Brisch, K. H. (2010), Bindungsstörungen – Von der Bindungstheorie zur Therapie, S. 36, 10. Aufl., Stuttgart: Klett-Cotta
Dreitzel, H. P. (2004). Gestalt und Prozess, S. 112–118, Abb. 15, 17, Bergisch Gladbach: Edition Humanistische Psychologie (EHP)
Fairbairn, W. R. D. (2007). Das Selbst und die inneren Objektbeziehungen, S. 89–170, 171–184, 205–211, 257–266, Gießen: Psychosozialverlag
Hügli, A. & Han, B. C. (2001). Heideggers Todesanalyse. In T. Rentsch (Hrsg.), Klassiker Auslegen, Bd. 25. Martin Heidegger, Sein und Zeit (S. 138). Berlin: Akademieverlag
Kernberg, O. F. (1998). Psychodynamische Therapie bei Borderline-Patienten, S. 98 f., 2. überarbeitete Aufl., Bern: Hans Huber
Klußmann, R. (1998). Psychosomatische Medizin, S. 9–23, 4. Aufl., Berlin, Heidelberg: Springerverlag
Mentzos, S. (2005). Neurotische Konfliktverarbeitung, S. 26, 42–50, 19. Aufl., Frankfurt am Main: Fischer Verlag
Reich, W. (2006). Charakteranalyse, S. 220–372, 405–409, 418–439, 449–469, 8. überarbeitete Aufl., Köln: Kiepenhauer & Witsch
Sartre, J. P. (2006). Das Sein und das Nichts, S. 833–848, 905, 970, 1048–1052, 12. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuchverlag
Schultz-Hencke, H. (1951). Lehrbuch der Analytischen Psychotherapie, S. 16–39, Stuttgart: Georg Thieme